Früherziehung

Die Tänzerische Früherziehung, Pre Ballet oder auch Vorbereitungsklasse bietet kleinen, tanzbegeisterten Eleven die Möglichkeit, sich auszuprobieren, die Musik zu erkunden und die Ausdruckskraft des eigenen Körpers zu erfahren. Wir beginnen mit spielerischen Elementen, die es Kindern ermöglichen, sich zu erfahren und ihre eigene Phantasie in den Unterricht mit einzubringen.
Aus tänzerisch - spielerischen Anfängen werden so schnell bewusste Bewegungen und hierauf aufbauend ganze Bewegungsmuster, die auf das klassische Ballett vorbereiten.

Motorische Entwicklungsphasen im klassisch akademischen Tanz

Bis zum Beginn des frühen Kindesalters ist die motorische Entwicklung gekennzeichnet durch die Aneignung verschiedenster einfacher Bewegungsformen, wie z.B. zielgerichtetes Greifen, aufrechte Haltung und selbstständige Fortbewegung und später Werfen, Gehen, Steigen, Laufen, Springen und Hüpfen.

Mit Beginn des frühen Kindesalters wir die motorische Entwicklung verfeinert. In dieser Adoleszenzphase werden die zuvor erlernten Bewegungsabläufe weiterentwickelt und verfeinert. Bewegungen werden miteinander kombiniert und komplexere Bewegungseinheiten entstehen. Die motorische Entwicklung zeigt sich als quantitative Leistungssteigerung, in Form einer Verbesserung der Bewegungsqualität und der variablen situationsgerichteten Verfügbarkeit.

„Bei ungeschulten Kindern bleiben es jedoch zumeist solche, die mit dem Gehen und Laufen verknüpfbar sind. … Erfolgt dagegen eine intensivere sportliche Ausbildung, so erwerben Kinder zwischen 5 und 7 Lebensjahren bereits Bewegungsformen und –kombinationen, die erheblich über die bisher genannten hinausgehen.“

In der tänzerischen Bewegungsschulung wird von Anfang an mit Musik bzw.. Rhythmus gearbeitet, so dass die Rhythmisierungsfähigkeit, die sich bereits im Kleinkindalter zu entwickeln beginnt, weiter gefördert wird und schon bald Bewegungsmuster passend zum Rhythmus der Musik erlernt werden können.

Das mittlere Kindesalter bedeutet eine einschneidende Veränderung für die Heranwachsenden, die mit dem Eintritt in die Schule beginnt und bei der die Fokussierung auf die schulischen Pflichten (lernen, auch still sitzen, aufmerksam sein etc.) gerichtet wird. In dieser Zeit wird das Bewegungsverhalten der Kinder beherrschter und situationsgerechter. Im sportlichen Training sind Kinder dieser Altersstufe fähig, Fertigkeiten zu erlernen, die weit über die normalen motorischen Entwicklungen hinausgehen.

„Bei einem entsprechendem effektiven sportlichen Training mit dazu befähigten Kindern können dagegen bis zum Ende des mittleren Kindesalters zum Teil bereits ausserordentlich schwierige und komplizierte sporttechnische Fähigkeiten erworben werden, wie zum Beispiel Salto, Flickflack beziehungsweise sogar Doppelflickflack auf dem Schwebebalken; Salto und Doppelsalto am Boden; Sprünge und Sprungkombinationen mit Zweifachdrehungen im Eiskunstlauf (Winter 1981, 1984; Frey, 1982; Martin, 1982 a+b).“

Das späte Kindesalter stellt einen „ersten Höhepunkt in der motorischen Entwicklung“ dar. In diesem Alter erlernen und begreifen sie schnell Zusammenhänge in Bewegungsabläufen. Sie erlernen quasi auf Anhieb neue Bewegungsmuster und können sie umsetzten.

„Die motorischen Fähigkeiten erreichen im Vergleich zum mittleren Kindesalter ein deutlich höheres Niveau. … Die Kinder erwerben neue motorische Akte bemerkenswert rasch und erreichen schnelle Fortschritte, sofern diese ihren Leistungsvoraussetzungen entsprechen.

…Die motorische Steuerungsfähigkeit und damit die Beherrschung, Sicherheit und Ökonomie der Bewegungsausführung haben sich verbessert. Deutliche Fortschritte werden besonders in der Phasenstruktur, in dem Rumpfeinsatz und Bewegungsfluß sowie mit gewissen Einschränkungen auch in dem Bewegungsrhythmus erzielt.“

Innerhalb des Trainings im klassisch akademischen Tanz werden nicht nur die motorischen Fähigkeiten als eine Grösse der Bewegungsleistung gefördert, viel mehr werden hier durch das Training Entwicklungs- und Denkprozesse angeregt, die sich aufgrund der geschaffenen Sinnesempfindungen und Wahrnehmungen entwickeln. Durch den Tanz in wird auch die Orientierung im Raum, sowie das Verständnis für die zeitlichen und räumlichen Beziehungen gefördert.

Die jeweiligen Informationen sind nachzulesen in:

Meinel, Kurt; Schnabel, Günther. Bewegungslehre. Sportmotorik. Abriss einer Theorie der Sportlichen Motorik unter pädagogischem Aspekt. Berlin: Sportverlag, 1998