Jazz

 JazzDer Jazz-Dance findet seine Wurzeln in den Tänzen, Ritualen und Rhythmen Afrikas und wurde durch die Kolonialisierung und den Sklavenhandel in die westliche Zivilisation gebracht. Seit dieser Zeit veränderte sich die Sichtweise auf die afrikanische Kultur und ihre Tänze mehr als einmal.

Wurde der Tanz zunächst noch verhältnismässig objektiv betrachtet: “Im Tanz stellen sie alle möglichen Kriegerischen Aktionen dar: den Feind einschliessen, selber eingeschlossen werden, offener Kampf Mann gegen Mann…“ (Andres Fernandes, 1560), so änderte sich das Afrika-Bild schon Mitte des 16. Jh. zu einer Projektion von Unchristlichkeit, die es auszurotten galt: „Noch zu Beginn des 16. Jh. hatten die Päpste die Sklaverei als unchristlich verdammt und die Sklavenhalter exkommuniziert. Jetzt aber hiess es: Wer einen Neger als Sklaven nach Amerika bringt, vollzieht eine Gottesfürchtige Tat. Denn in Amerika konnte man die Sklaven widerstandslos durch die Taufe zu Christen machen. Besser ein christlicher Sklave, als ein freier Heide!“
(Helmut Günther, 1980)

Mit dem 20. Jh. wurden schliesslich die afrikanischen Kulturen für die europäische Gesellschaft interessant. Matisse und Picasso liessen sich von afrikanischer Kunst ebenso inspirieren wie Breton und Tzara. Der afrikanische Tanz beeinflusste den Gesellschaftstanz und auf den Bühnen konnte man ebenfalls weitreichende Anleihen dieser Tanzstile beobachten.

Bis heute hat sich der Jazz Dance zu einem weitläufigen Begriff entwickelt und ist zu einem Oberbegriff für viele verschiedene Stilrichtungen geworden, die sich mehr oder weniger auf ihn beziehen.

Wir unterrichten unter Anderem die klassischen Formen des Jazz Dance (Luigi -Style, Mattox), die noch immer als fundierte Grundlagen für Musicals und moderne Produktionen genutzt werden.