Sur les Pointes

Von hintenDer Traum einer jeden Elevin, egal ob sie Tänzerin werden möchte oder nicht, sind Tütü und Spitzenschuhe. Sich auf die Spitze zu erheben hat etwas magisches, wie die Feen, Schwäne oder Nymphen, die heute noch in klassischen Balletten zu sehen sind.

Bevor es jedoch möglich ist, leicht und graziös über die Bühne zu schweben, ist ein wenig Arbeit nötig. Die Bewegungsabläufe des klassischen Balletts sollten beherrscht werden.

Es gibt einige wichtige Punkte, an denen man sich orientieren kann:

  • Minimum drei bis vier Jahre regelmässige Vorbildung im klassischen Ballett
    (Der Fuss muss über ausreichend Kraft verfügen, um sich selbstständig auf die Spitze zu erheben. Hier gilt es zu bedenken, dass der Fuss, seine Gelenke, Muskeln und Sehnen sicher tragen muss. Eine weitere wichtige Funktion hat der Spann, der es dem Fuss ermöglicht, sich senkrecht auf die Plattform der Spitzenschuhe zu erheben.)
     
  • Spitzentanz ist erst möglich, wenn die Mittelfussknochen verknöchert sind
    (Als ungefähre Altersangabe kann hier 10 – 12 Jahre angesehen werden, was jedoch nicht heisst, dass die Knochen in diesem Alter schon so weit sind. Absolute Sicherheit kann man hier nur durch eine ärztliche Untersuchung bekommen.)
  • Spitzenschuhe

Anmutig und leicht soll der Spitzentanz aussehen. Aber nicht nur beim Spitzentanz sind Leichtigkeit und Grazie gefragt… Die Technik des Balletts besteht darauf, nicht den geringsten Anschein von Anstrengung zu zeigen. Im Idealfall sieht die Tänzerin oder der Tänzer leicht und schwerelos aus, wenn sie sich auf der Bühne bewegen.

Tatsächlich aber steckt sehr viel harte Arbeit dahinter. Die Muskeln müssen gekräftigt und gedehnt werden, die Bänder Sehnen und Gelenke müssen so trainiert werden, dass die Bewegungen sicher ausgeführt werden können, keine Verletzungen entstehen und gleichzeitig keinerlei Anstrengung zu sehen ist.Spitze

Der Spitzentanz entwickelte sich aus dem Bestreben, sich vom Boden zu erheben. Schwerelos sollte das aussehen, was auf der Bühne getanzt wurde. Wir befinden uns an dieser Stelle der Ballettgeschichte in der „Romantischen Ära“. Künstler jeden Metiers beschäftigten sich mit Themen der Liebe, der Leidenschaft, der Schönheit, der Natur und vor allem des Übernatürlichen.

Um das Jahr 1832 begann der Spitzentanz das Publikum zu begeistern. Die Italienerin Maria Taglioni war zwar wahrscheinlich nicht die erste Ballerina, die sich auf die Spitze erhob, doch wurde sie für ihren Tanz berühmt. Noch heute wird das Können einer Tänzerin im Klassischen Ballett an ihrer „Technique en point“ gemessen.

Heute findet man auch in modernen Aufführungen Spitzentanz.

Anfangs waren Spitzenschuhe noch nicht so ausgereift, wie wir sie heute kennen. Es waren Ballettslipper, die der Tänzerin durch kleinere Veränderungen etwas mehr Stabilität gaben. Heute sind Spitzenschuhe vielschichtige Spezialschuhe aus vielerlei Lagen und das Finden der richtigen Schuhe kann zu einer wahren Wissenschaft werden. Auch die Materialien, aus denen die Spitzenschuhe gefertigt werden, werden immer ausdifferenzierter.

Der richtige Spitzenschuh ist nicht leicht zu finden, denn jeder Fuss ist anders und fühlt anders.

„Gegen den Laientanz gibt es kaum Einwände. Gegen den professionellen gibt es einige.“
Dr. med. Liane Simmel